Vortragsprogramm 2017-2018 - Thema: Tourismus – Auswirkungen in Gesellschaft und Natur

Wann: Daten siehe unten, jeweils von 18:15 bis 19:30 Uhr

Wo: Geographisches Institut, Hallerstrasse 12, 3012 Bern

Raum: Grosser Hörsaal 001 im Parterre (Ausnahmen sind vermerkt im Programm)

Programm gesamt (pdf)

Ausnahme: Der Vortrag vom 31. Oktober 2017 findet im Alpinen Museum Bern statt!

 

3. Oktober 2017
Tourismus und Mobilität: Auf der Suche nach Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Giovanni Danielli, HES-Valais, Sierre

Der Tourismus löst grosse Verkehrsströme aus und ist eine treibende Kraft der Landschafts- veränderung. Je intensiver der Tourismus ist, desto stärker sind auch die Nutzung der Landschaft und das Verkehrsaufkommen. Je zahlreicher die Sportaktivitäten, Freizeitattraktionen, Verpflegungs-, Übernachtungs- und Transportinfrastrukturen sind, desto deutlicher hinterlässt der Tourismus seine Spuren. Das zentrale Kapital des Tourismus – die Landschaft – steht unter grossem Druck; auch benötigt er sehr viel Energie.

Doch es besteht Hoffnung: Es gibt einen Trend, dass Touristen in Zukunft qualitätsbewusster, erlebnisorientierter und sensibler für Umweltthemen sein werden. Sie suchen Natürlichkeit und Authentizität, verlangen aber gleichzeitig vielfältige Angebote. Diese teils widersprüchlichen Trends zeigen auf, dass der Tourismus alles andere als statisch ist.

17. Oktober 2017
Zwischen Terrorismus und Tausendundeiner Nacht – Tourismus in der arabischen Welt

Prof. Hans Hopfinger, Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt

Die Arabische Welt ist seit geraumer Zeit eine der globalen Krisenregionen. Zwar brachte der «Arabische Frühling» einen Funken Hoffnung mit sich, doch eine Lösung für die vielfältigen Probleme dieser Weltregion ist kaum absehbar. Die Krise wird noch verschärft durch den gegen Menschen und Kulturgüter gerichteten Terror des sog. «Islamischen Staates». Im Gegensatz dazu stehen die beliebten Urlaubsziele am Roten Meer, in Marokko oder an Tunesiens Küsten. Wie sind diese Kontraste zu erklären? Wirkt die Faszination des Orients so stark, dass terroristische Anschläge auf Urlaubsparadiese oder kriegerische Auseinandersetzungen nur zu kurzzeitigen Einbrüchen im Tourismusgeschehen führen? Ein Spannungsverhältnis, das im Mittelpunkt des Vortrags stehen wird!

31. Oktober 2017
Tourisme sans neige? Risques et opportunités du réchauffement climatique pour le tourisme dans les Alpes suisses

Vortrag organisiert gemeinsam mit alps/ Alpines Museum der Schweiz
Ort: Alpines Museum der Schweiz, Helvetiaplatz, Bern

Sprache: Vortrag in französischer Sprache; Diskussion auch deutsch

Flyer

Prof. Christophe Clivaz, Géogr, Universität Lausanne

Der Alpin-Tourismus – Opfer, aber auch Mitverantwortlicher für den Klimawandel! – muss sich neu erfinden, um sich an ein wärmeres Klima anpassen zu können. Der Vortrag bietet Gelegenheit, die heute bevorzugten Strategien zur Anpassung vorzustellen, sowie deren Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Es sollen aber auch neue Möglichkeiten diskutiert werden.

A la fois victime et responsable du changement climatique, le tourisme alpin doit se réinventer afin de s’adapter à un climat plus chaud. La conférence sera l’occasion de présenter les stratégies d’adaptation qui sont privilégiées aujourd’hui, de s’interroger quant à leur durabilité, et d’explorer des pistes novatrices.

14. November 2017

Die Fremde im Sucher – Einzoomen und Ausblenden: Der fotografische Blick auf Reisen

Rosaly Magg, iz3w, Freiburg i. Br.

Warum fotografieren wir auf Reisen? Wie nehmen wir die oder das Fremde wahr? Welche Fallstricke birgt das touristische Fotografieren? Und wie gross ist das Unbehagen in den Kulturen, wenn die Fremde(n) zum «Objekt» werden?

Das Eigene und das Fremde sind zwei Seiten derselben Medaille. Das Bild vom Selbst wird in Abgrenzung zum Anderen hergestellt – auch in der Fotografie.

Das touristische Fotografieren trägt bis heute koloniale Züge, indem die Fotografierenden sich eine innerlich und äusserlich hergerichtete Welt aneignen, als Beweis und Kontrolle des Dagewesenseins, als Trophäe.

28. November 2017
Berichte der Feldkurse 2017: Alpen, Kaukasus, Ostmitteleuropa, Wien-Brünn-Prag

Studierende des Geographischen Instituts Bern

Feldkurse als integrativer Bestandteil des Geographie-Studiums sind eine wertvolle Möglichkeit, Geographie hautnah zu «erfahren». In Kurzbeiträgen stellen Studierende ihre Erlebnisse und Erfahrungen vor, die sie in diesem Sommer im Feld gemacht haben.
Mit anschliessendem Apéro, gespendet vom Geographischen Institut.

12. Dezember 2017
Global Slumming – Armutstourismus in zeitlicher und räumlicher Perspektive

PD Dr. Malte Steinbrink, Universität Osnabrück

Der Tourismus braucht stets Neu- und Andersartiges: Seine Ökonomie gebietet ihm, immer wieder sites und sights zu suchen und zu (er-)finden, um sie als attraktive Destinationen zu vermarkten. Wie geschieht diese Konstruktion von Tourismusräumen und wie treten ihre Auswirkungen in dem jeweiligen gesellschaftlichen Kontext in Erscheinung? Seit den 1990er Jahren sind Tourismusreisen in städtische Armutsgebiete in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern in Mode gekommen: Dieser Slumtourismus avanciert mittlerweile zum Mainstream des Städtetourismus im Globalen Süden: Jährlich nehmen weit mehr als eine Million TouristInnen aus dem Globalen Norden solche Angebote wahr. Der «Slum» wird zu einer touristischen Kategorie, er entwickelt sich zusehends zu einem global-universellen Destinationstypus. Im Vortrag wird diese Entwicklung anhand lokaler empirischer Beispiele aus Südafrika, Namibia und Brasilien kritisch beleuchtet.

9. Januar 2018
Tourismus und Naturschutz – eine Win-win-Situation zwischen Ökologie und Ökonomie? Das Beispiel des Schweizer Nationalparks

Prof. Dr. Norman Backhaus, Geogr. Institut, Universität Zürich

Anzahl und Fläche von Naturschutzgebieten erfuhren in den letzten Jahrzehnten weltweit einen rasanten Anstieg. Dies zeugt einerseits vom Bewusstsein, dass besondere und wichtige Ökosysteme vor Übernutzungen geschützt werden sollen, andererseits werden dadurch Gebiete bestehenden Nutzungen durch verschiedene Gruppen entzogen. Der Tourismus kann hier in eine Lücke springen, indem er Einkommen schafft, das im idealen Fall denjenigen zugute kommt, die durch die Unterschutzstellung Einkommenseinbussen erleiden mussten. Ist der Tourismus in Naturschutzgebieten also eine Win-win-Situation, obschon auch er Ökosysteme potentiell schädigen kann?

Anhand des Schweizerischen Nationalparks und anderen, internationalen Beispielen soll aufgezeigt werden, welche Rolle der Tourismus für den Naturschutz spielt, wo Potentiale liegen, aber auch wo Gefahren lauern.

23. Januar 2018
Bergwandern und Naturgefahren: Klimawandel bringt neue Herausforderungen. Das Beispiel des Europaweges

Christoph Graf, WSL Birmensdorf

Keine alpine Sportart ist so beliebt wie Bergwandern: Jedes Jahr sind in der Schweiz zwei Millionen Menschen wandernd unterwegs. Doch Bergwandern führt leider jedes Jahr zu Unfällen, teilweise mit Todesfolgen. Neben Stürzen bilden veränderte Umweltbedingungen bedingt durch den Klimawandel neue Herausforderungen.

Diesem Aspekt wird im Vortrag vertieft nachgegangen.

Archiv Vorträge
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